Nordwestradio unterwegs
Spannende Diskussion um das Thema Die Werra: Jahrzehntelang war der Fluss ein Giftkanal, in den DDR-Kali-Werke ihre Salze pumpten, bis kein Fisch und kein Halm sich mehr regte. Auch das Weserwasser litt unter der sozialistischen Salzlast. Heute, 17 Jahre nach der Wende, haben sich beide Flüsse langsam erholt, ist der Zander zurückgekehrt in die Weser. Aber nun soll wieder Salz in die Werra gepumpt werden. Die Kali & Salz AG aus Kassel will eine 60 Km lange Pipeline bauen, von Fulda bis an die Werra, und jedes Jahr 500 000 Kubikmeter salzige Lauge in den Fluss leiten. Kein Problem, versichert das Kalibergwerk, die vorgeschriebenen Grenzwerte würden eingehalten. Die Pipeline sei außerdem umweltfreundlicher als die Abraumberge über Tage.
Die Werra-Grenzwerte - 2500 Milligramm Salz pro Liter - stammen aus dem Jahr 1942. Sie überschreiten die EU-Grenzwerte bei weitem, wettern Umweltschützer und Fischer. Mit über tausend Einwendungen wehren sich Anwohner. Die niedersächsische Grünen-Fraktion wird am 26. Januar einen Antrag gegen die Pipeline im Landtag zur Abstimmung stellen. Die Firma K & S indes wird wenige Tage danach ihren Bauantrag einreichen.
Die Wogen schlagen hoch. Sollen wieder Fischarten verschwinden und die Reusen und Boote der Fischer rosten wie zu DDR-Zeiten, will Deutschland als EU-Öko-Musterknabe einen der dreckigsten Flüsse Europas, die Werra, ein weiteres Mal versalzen? Das fragten die Gegner, oder sind die Salzmengen doch so gering, dass sich keiner sorgen muss, weder Fisch noch Mensch? Lohnt es sich also, 6000 Arbeitsplätze in Hessen und Thüringen zu erhalten, die alle an der Kali-Werken hängen?
Teilnehmer:
Moderation: Lars Cohrs http://www.radiobremen.de/nordwestradio/unterwegs/00003626.php Nordwestradio. Ein Programm von Radio Bremen und dem NDR
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